Windenergie Schweiz AG: Der kleine Bruder von BayWa r.e.?
16. April 2026
Hinter dem Image als «grünes» und wohlmeinendes Unternehmen baut die Windenergie Schweiz AG (WES AG) ihre Projekte diskret in mehreren Regionen der Schweiz aus. Dabei
stützt sich die Firma auf das verlockende Konzept der «Bürgerwindparks». Auf dem Papier wirkt die Idee attraktiv: Gemeinden,
Landwirte und Anwohner werden an den lokalen Anlagen beteiligt, Gewinne werden geteilt und die Energieunabhängigkeit wird gestärkt. Doch hinter diesem partizipativen Versprechen verbirgt sich ein
Modell, das an jenes des deutschen Giganten BayWa r.e. erinnert – Rentabilität hat tendenziell Vorrang vor Transparenz, und Umweltanliegen rücken in den Hintergrund (siehe unseren News-Artikel vom 13. März 2026). Freie Landschaft Schweiz beobachtet dieses
Unternehmen seit Jahren und präsentiert heute eine chronologische Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse.
Gepflegtes Image, aber wenig transparente Grundlagen
Gegründet im Jahr 2017 präsentiert sich die «Windenergie Schweiz AG» als erfahrenes Unternehmen und gibt an, am Bau von «rund 500 Windkraftanlagen in Europa» beteiligt gewesen zu sein. Umso
erstaunlicher erscheint, dass in der Schweiz bislang noch kein Projekt realisiert wurde. In der Praxis zeigt sich, dass die WES AG nahezu überall auf starken Widerstand stösst – seitens der
Bevölkerung, von Umweltverbänden und teilweise sogar von lokalen Partnern. Die Kritik richtet sich meist gegen mangelnde Transparenz und eine als zu einseitig empfundene Kommunikation – Punkte,
auf die wir noch eingehen werden.
Das Unternehmen, das mittlerweile acht Jahre besteht, wird heute finanziell von der Französischen Investoren-Gruppe «Eifel Investment» aus Paris unterstützt, die im Dezember 2024 eingestiegen ist
und über zwei Sitze im Verwaltungsrat verfügt. Das Aktienkapital bleibt jedoch sehr bescheiden (128’000 CHF), und weder die tatsächlich investierten Beträge noch der effektive Wert der Anteile
sind öffentlich bekannt. Seit 2024 ist die WES AG als mittelgrosses Unternehmen eingestuft, mit einem geschätzten Umsatz zwischen 10 bis 50 Millionen CHF und einem Team von null bis neun
Mitarbeitenden. Die WES AG verfügt über Büros in Aarau, in den Räumlichkeiten der Treuhandgesellschaft Welte Treuhand. Diese Adresse wird mit rund zwanzig weiteren (hauptsächlich deutschen)
Gesellschaften geteilt, was eher auf eine Briefkasten-Firma als auf einen operativen Hauptsitz hindeutet.
Umstrittene Projekte im ganzen Land
Überall, wo die Firma Fuss zu fassen versucht, folgt die Windenergie Schweiz AG demselben, gut eingespielten Schema: Stark kontrollierte öffentliche Präsentationen und kaum Raum für freie
Debatten, wodurch der Eindruck entsteht, die Projekte seien bereits vorentschieden, bevor sich die Bevölkerung überhaupt dazu äussern konnte. Das sorgt für mehr oder weniger Widerstand.
Beispielsweise sorgte eine Veranstaltung der Firma in Escholzmatt-Marbach, nahe dem Napf (Kanton Luzern), für Aufsehen, da so stark für Bürgerbeteiligung geworben wurde, dass der Anlass als
Marketingübung in Erinnerung blieb. Mehrere Anwohner sprachen von einer Scheinkonsultation.
In Murzelen, nordwestlich von Bern, brachte die lokale Mobilisierung der Bevölkerung ein Projekt der WES AG innert kurzer Zeit zu Fall, weil es als zu gross dimensioniert, zu nahe an Wohngebieten
und in einer windarmen Region gelegen kritisiert wurde.
Im Emmental enthielten die Verträge für Landwirte und Grundeigentümer auf der Schonegg (Gemeinde Sumiswald) sogar Bestimmungen zu den Rückbaukosten für die Anlagen – ein Hinweis auf die
Risiken eines Modells, das die lokale «Bürger-Beteiligung» als Vorteil darstellt, wobei damit vor allem ein Grossteil der Risiken auf lokale Akteure abgewälzt wird, und nicht bloss die
Gewinnaussichten.
In Diessbach und Büetigen im Berner Seeland nahm das Unternehmen Kontakt mit zahlreichen Grundeigentümern auf, um einen Windpark mit rund zehn Windkraftanlagen zu errichten. Die Burgergemeinde
von Diessbach unterzeichnete eine Vereinbarung, um sich Einnahmen zu sichern, welche sie mit der Waldbewirtschaftung niemals hätte erträumen können. Während die finanziellen Vorteile
hervorgehoben werden, bringen die vertraglichen Verpflichtungen jedoch vor allem grosse Verantwortlichkeiten und erhebliche Risiken für die lokalen Akteure mit sich. Der Widerstand und die
Skepsis in den betroffenen Gemeinden ist offensichtlich sehr gross.
Jüngstes Kapitel in der Geschichte der «Windenergie Schweiz AG» ist ein geplanter Windpark in der Gemeinde Kirchlindach, nördlich von Bern, im Waldgebiet Lindechwald–Kohlholz. Diese Region wurde
2024 von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) zur «Landschaft des Jahres» erklärt und ist dennoch Ziel eines Projekts mit fünf rund 200 Meter hohen Windturbinen östlich des
Frienisbergs. Bereits nach der öffentlichen Präsentation im Oktober 2025 formierte sich Widerstand. Die Vereinigungen «Gegenwind Frienisberg» und «Stopp Windpark Kirchlindach» befürchten
Eingriffe in Wald und Fauna, während die Stiftung Landschaftsschutz das Projekt als unvereinbar mit dem aussergewöhnlichen Charakter des Gebiets beurteilt. Selbst der Gemeinderat mahnt zur
Vorsicht, wobei allerdings ein einzelner Gemeinderat bei einem Projektpartner, einem Ingenieurbüro aus Bern, persönlich angestellt ist. Die Bevölkerung soll sich 2026 zum Projekt äussern dürfen.
Überall das gleiche Modell
Wie die bekannte Firma BayWa r.e. behauptet auch die WES AG, einen nachhaltigen und bürgernahen Ansatz zu verfolgen. Ihr Geschäftsmodell basiert jedoch stark auf öffentlichen Subventionen und
häufig auf zu optimistischen Windprognosen. In windarmen Gebieten benötigen solche Windparks gigantisch hohe Anlagen, um wirtschaftlich zu sein – mit entsprechend massiven Auswirkungen auf das
Landschaftsbild. Und je nach vertraglichen Modalitäten (insbesondere im Fall eines Betreiber-Ausfalls) werden die finanziellen Folgen im schlimmsten Fall letztlich von den offiziell
mitbeteiligten Grundeigentümern oder öffentlichen Körperschaften getragen, und nicht vom Projektentwickler.
Eine fragwürdige Unternehmensführung
Die Verwaltungsratspräsidentin Martina Nigg weist öffentlich keine ausgewiesene Ausbildung oder Erfahrung in den Bereichen Energie, Umwelt oder Raumplanung auf. Branchenbeobachter zweifeln bei
der ehemaligen Bankangestellten – unter anderem bei der Credit Suisse – wegen des Mangels an ausgewiesener Fachkompetenz an den technischen Fähigkeiten an der Unternehmensspitze.
Eine weitere einflussreiche Person in der WES AG ist Georg Persigehl, Mitgründer der Windenergie Schweiz AG und zugleich Initiant der deutschen Firma Reencon GmbH. Dieses ebenfalls in der Schweiz
aktive Ingenieurunternehmen ist auf Planung und Analyse von Windkraft-Projekten, Optimierung von Stromnetzen sowie wirtschaftliche Bewertung von Energieinfrastrukturen spezialisiert. Die Nähe der
beiden Strukturen deutet darauf hin, dass die Schweizer Projekte in ein weitgehend in Deutschland entwickeltes Kompetenznetz eingebettet sind.
Damit erscheint die Windenergie Schweiz AG – trotz ihres Namens – letztlich weniger schweizerisch, als es den Anschein macht. Mehrere Schlüsselpersonen sind in beiden Strukturen tätig, was darauf
hindeutet, dass Konzeption und Ausrichtung der Projekte eben nicht lokal und auch nicht «Schweiz» sind. Eng mit Reencon verbunden, wirkt die WES AG eher wie deren operative Schweizer
Niederlassung als wie ein unabhängiges Unternehmen.
Daraus ergibt sich eine zentrale Frage: Könnten die finanziellen Ströme (einschliesslich öffentlicher Subventionen) in erster Linie Akteuren im Ausland zugutekommen – während Risiken, Belastungen
und landschaftliche Veränderungen lokal getragen werden müssen?
Eine zweiseitige Energiewende
Vom Seeland bis in den Kanton Luzern scheinen sich ähnliche Szenarien zu wiederholen: Sorgfältig inszenierte Kommunikation, Versprechen lokaler Verankerung und Gewinnbeteiligung, gefolgt
von wachsender Skepsis, sobald die Bevölkerung das tatsächliche Ausmass der Projekte erkennt.
Martina Nigg betont, alle Umweltauswirkungen würden «rigoros geprüft». Dennoch haben viele Anwohner den Eindruck, ihre Region diene vor allem als Standort für Projekte, die andernorts konzipiert
wurden und primär ausländischen wirtschaftlichen Interessen dienen.
Das Schweizer Windgeschäft und seine Widersprüche
Anhand ihrer Projekte veranschaulicht die Windenergie Schweiz AG die Spannungen im Bereich der Energiewende, welche zu einem äusserst attraktiven Investitionsfeld geworden ist. Die Präsenz von
ausländischen Finanzakteuren zeigt, dass «grüne Initiativen» nicht allein von Umweltzielen getragen, sondern Teil wirtschaftlicher Strategien sind. Hinter dem präsentierten «grünen» Image nehmen
finanzielle Interessen eine zentrale Rolle ein.
Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze:
Mehrere geplante Windprojekte in verschiedenen Regionen der Schweiz werfen Fragen zu Unternehmensführung, Finanzierung und tatsächlicher lokaler Verankerung auf.
Projektentwickler stellen häufig sogenannte «Bürger-Modelle» in den Vordergrund, die Beteiligung der Gemeinden und Gewinnbeteiligung der Anwohnenden versprechen.
Wiederkehrende Kritik bemängelt jedoch unzureichende Transparenz und bereits vorweggenommene Entscheidungen ohne echte Mitsprache.
Einige Entwickler wie die «Windenergie Schweiz AG» profitieren von der Unterstützung ausländischer Investitionsgruppen, wobei Finanzierungsmodelle öffentlich wenig
detailliert sind. Enge Verflechtungen zwischen Projektträgern, Planern und technischen Experten werfen zudem Fragen zur Unabhängigkeit der Projekte und deren
Analysen auf.
Hinweis zur Verantwortung
Dieser Artikel basiert ausschliesslich auf öffentlich zugänglichen Daten, Dokumenten und Informationen, die zum Zeitpunkt der Erstellung verfügbar waren. Ziel ist es, einen Überblick über
wiederkehrende Praktiken bei der Entwicklung von Windenergieprojekten in der Schweiz zu geben. Es werden keine Vorwürfe gegenüber natürlichen oder juristischen Personen erhoben. Der Beitrag
versteht sich als kritische Analyse im journalistischen und informativen Rahmen.
Der Mythos des «Bürgerwindparks»: Die Marionetten im Auftrag der Windkraft-Promotoren
Mit dem Aufkommen neuer sogenannter «Bürgerwindparks» in der Schweiz stellt sich eine zentrale Frage: Welchen Einfluss hat die lokale Bevölkerung bei diesen Initiativen tatsächlich?
Zwischen der angeblichen Bürgerbeteiligung und der Kontrolle durch industrielle Akteure scheint die Grenze manchmal fließender zu sein, als es den Anschein hat.
Ein Bürgerwindpark: Was ist das?
Theoretisch klingt die Idee vielversprechend: Man möchte Gemeinden, Landwirte und Anwohner in die Planung von Windkraftanlagen einbinden, die Gewinne mit ihnen teilen und die lokale
Verankerung der Energieerzeugung stärken. In der Realität sieht die Sache jedoch ganz anders aus. Hinter diesen Projekten verbergen sich komplexe Strukturen, in denen Fachwissen, Finanzierung
und zentrale Entscheidungen überwiegend in den Händen der großen Energiekonzerne liegen. Letztendlich verbleiben auf lokaler Ebene lediglich die durch die Anlagen verursachten Belästigungen
und die finanziellen Risiken, insbesondere jene im Zusammenhang mit der Instandhaltung und dem Rückbau der Anlagen.
Wenn die Bevölkerung glaubt, ein Projekt auf den Weg zu bringen… und dann doch nur eine Nebenrolle spielt
In der Luzerner Zeitung vom 26. März 2026 wird die Geschichte zweier junger Luzerner Landwirte erzählt, die beschlossen haben, in ihrer Heimatgemeinde Doppleschwand in der
Nähe des Napf ein Windkraftprojekt auf die Beine zu stellen. Dieses Vorhaben wird in der regionalen Presse als ideale Lösung dargestellt, da es darum geht, den Bau und den Betrieb des
Windparks von A bis Z selbst zu gestalten, anstatt sich einem fremden Investor unterzuordnen, und sicherzustellen, dass die Gewinne in der Region verbleiben. Doch sehr schnell holt sie die
Realität ein: Mangels technischer Kompetenzen, finanzieller Mittel und Kenntnis der komplexen Verfahren landet ihre Idee im Einflussbereich der ADEV Energiegenossenschaft, die mit ihrem
Fachwissen einen immer stärkeren Einfluss auf das Projekt ausübt. Nun stellt sich die Frage: Kam die Beteiligung der ADEV wirklich erst in einer späteren Phase, wie zunächst dargestellt, oder
war sie von Anfang an integraler Bestandteil des Projekts? War die Idee dieser jungen Männer so spontan, wie es den Anschein erweckte, oder brauchte es lediglich zwei regionale Bauernopfer,
damit das Projekt Gestalt nehmen konnte? Die beiden Landwirte, die sich als Initiatoren und Drahtzieher präsentierten, wurden zu ihrem eigenen Leidwesen zu den Figuren einer Aktion, die ganz
woanders entwickelt und gesteuert wurde – mit anderen Worten: Sie wurden zu Marionetten eines Systems, das sie doch gerade vermeiden wollten.
Der Fall Oberegg (AI) ist ebenso aufschlussreich. Der Verein «Jugend Pro Windrad», der als lokale Bewegung präsentiert wurde, lancierte 2019 eine Petition und setzte sich
öffentlich für den Ausbau der Windenergie im Appenzell ein. Wie in Doppleschwand scheint alles von der Bevölkerung vor Ort auszugehen, wobei «Einheimische» an vorderster Front stehen. Doch
auch hier ist die Realität weniger spontan, als es den Anschein hat, da das Projekt von Anfang an in einen Rahmen eingeordnet war, der von der Appenzeller Wind AG vorgegeben wurde, die für
die Untersuchungen und die Entwicklung des Standorts verantwortlich ist. In diesem Zusammenhang scheint das Engagement «der Einheimischen» vor allem dazu gedient zu haben, die Akzeptanz in
der Bevölkerung zu erleichtern, allerdings mit eher mäßigem Erfolg, da das Projekt heute durch Verfahren und Widerstände gebremst wird.
Die Nähe ist nur vorgespielt
Ein weiteres Beispiel, das des Windparks Quatre Bornes, der zwischen dem Val-de-Ruz (NE) und dem Montagne de Sonvilier (BE) liegt, zeigt, dass diese Entwicklung weder ein
Einzelfall noch neu ist. Im Val-de-Ruz reichen die ersten Planungen bis Anfang der 2010er Jahre oder sogar noch weiter zurück. Die regionale Presse, insbesondere ArcInfo, berichtete damals
von einem Vorhaben, das von den lokalen Landwirten «mit aller Kraft» vorangetrieben wurde. Laut den auf der Website «Les 4 bornes Val-de-Ruz» verfügbaren Informationen sollen die ersten
Windmessungen bereits 2006 von den Landwirten selbst durchgeführt worden sein. Wie ist das realistisch möglich? Solche Messungen erfordern technisches Fachwissen, spezielle Geräte und vor
allem erhebliche finanzielle Mittel. Und es stellt sich erneut die Frage: Handelte es sich tatsächlich um eine lokale Initiative, oder war sie bereits Teil eines Projekts, an dem externe
Akteure beteiligt waren? Wer hat diese ersten Schritte tatsächlich initiiert und finanziert? Im weiteren Verlauf des Projekts traten einige Akteure aus dem Schatten, da Anfang der 2010er
Jahre Unternehmen wie Groupe E Greenwatt bei der Entwicklung des Projekts mitwirkten und dessen Aufbau, Finanzierung sowie Umsetzung übernahmen. Bis heute bleibt eine Ungewissheit bestehen:
Ist diese Beteiligung tatsächlich erst im Laufe des Projekts hinzugekommen, oder war sie von Anfang an im Hintergrund daran beteiligt?
Lokale Einnahmen. Wirklich?
Hinzu kommt eine weitere Tatsache, die in starkem Kontrast zu dem von den «Bürgerwindparks» propagierten Bild der Bürgernähe steht. Nicht nur stammen die eingesetzten Technologien in der
Regel aus dem Ausland, sondern die Projekte selbst, die weit über den lokalen Kontext hinausgehen, lassen vermuten, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen die betroffenen Regionen oder sogar
die Schweiz verlassen. Tatsächlich planen Konzerne wie ADEV, Groupe E und SIG Windparks oft weit entfernt von ihrem Kanton und in Partnerschaft mit weiteren Unternehmen. EWZ investiert in
Windparks und betreibt diese europaweit, während die Windenergie Schweiz AG (WES), die sich als Unternehmen präsentiert, das am Bau von «fast 500 Windkraftanlagen in Europa» beteiligt war,
nur dem Namen nach schweizerisch ist: Bislang wurde noch kein Projekt dieser Firma, die von Pariser Investoren finanziert wird, auf unserem Staatsgebiet realisiert (siehe unseren Artikel von letzter Woche). Man kann also sagen, dass in keinem
Fall garantiert ist, dass die lokal erwirtschafteten Gewinne tatsächlich in der Region oder gar in der Schweiz bleiben.
Die Möglichkeit, Ja oder Nein zu sagen
Im Grunde geht es hier um weit mehr als nur um Strom; es geht um etwas viel Grundlegenderes: Können die Bürger bei Windkraftanlagen tatsächlich entscheiden, was in ihrer Region gebaut wird?
Es kommt nämlich nicht nur auf die Projekte selbst an, sondern besonders auf die Rahmenbedingungen, in welchen die Projekte stattfinden. Kann die lokale Bevölkerung
tatsächlich selber entscheiden, hat sie einen echten regionalen Vorteil am Projekt? Oder vermitteln die Promotoren der Projekte lediglich den Anschein davon?
Genau darum geht es bei der Gemeindeschutz-Initiative: Wir möchten den Bürgern die echte Entscheidungsgewalt über die Projekte erhalten, die in ihrer Umgebung geplant sind. Denn ein
Windpark kann in der Schweiz nur dann als «bürgernah» bezeichnet werden, wenn er tatsächlich demokratisch von der lokalen Bevölkerung gewollt ist.
Windkraft im Winter: Was die Grafik des BFE verschweigt
Jedes Jahr, wenn der Winter naht, macht das Bundesamt für Energie (BFE) zusammen mit seinen Partnern – Suisse Éole und Suisse Energie – anhand von Grafiken darauf aufmerksam, dass die
Windenergie angeblich eine wichtige Rolle in der winterlichen Stromversorgung spiele. Doch die Kurve vermittelt ein falsches Bild der Tatsachen. Eine Richtigstellung.
7. Mai 2026
Bei jeder Gelegenheit verbreiten das Bundesamt für Energie und die Windkraftlobby eine Darstellung, welche drei Kurven zeigt: Solarenergie in Gelb, Windenergie in Grün, Wasserkraft in Blau. Aus
der Grafik meint man ablesen zu können, dass Solarenergie im Winter kaum und die Wasserkraft nur wenig Strom liefere. Die Windkraft liefert dafür im Winter enorm viel Strom. Auf den ersten
Blick wirkt dieser Mix also ausgewogen und Windkraft steht als Winterstrom-Lieferant gut da.
Diese Grafiken sind nicht per se falsch, aber sie zeigen nur, in welchen Monaten wahrscheinlich eher Strom produziert wird – und nicht wie viel und mit welcher
Sicherheit! Indem unterschiedliche Energiequellen mit ihren Monatswerten gegenüber gestellt werden, entsteht der Eindruck, sie würden sich mengenmässig perfekt ergänzen. In der Realität
stimmt das aber nicht. Und die Grafik ist sogar noch irreführend.
Windkraft liefert in der Schweiz auch im Winter kaum Strom
Nehmen wir ein einfaches Beispiel mit drei Glühbirnen unterschiedlicher Leistung. Wenn alle eingeschaltet sind, könnte man meinen, sie leuchten alle ähnlich stark. Doch eine 10-Watt-Birne erzeugt
nicht dasselbe Licht wie eine mit 25 oder 100 Watt.
Genauso verhält es sich mit dieser Grafik: Es werden nicht tatsächlich Produktionsmengen verglichen, sondern die Monate, wann die Technologien eher Strom produzieren. Die Grafik zeigt einzig,
dass Solarenergie im Winter weniger Strom liefere und Windenergie in den Wintermonaten tendenziell Wind mehr produziert.
Die Stromproduktion aus Windkraft scheint im Winter massiv – obwohl sie kaum 0,3 % der gesamten Schweizer Stromproduktion ausmacht. Die Solarenergie dagegen liefert in der
Schweiz bereits über 10% der Stromproduktion, also das 30-fache der Windkraft. Auch im Winterhalbjahr liefert die Solarenergie das 8-fache der Windkraft.
Genaue Plattformen wie Swiss Energy Charts zeigen eine ganz andere Realität. In ihren Grafiken ist die grüne Kurve der Windenergie (Anteil an der Stromproduktion) fast nicht sichtbar, weil die
Windkraft hierzulande so wenig Strom liefert. Selbst im Winter bleibt und bliebe ihr Beitrag in der Schweiz marginal.
Grafik Swiss Energy Charts, Woche 7, 2026. Rot: Kernkraft. Blau: Wasserkraft. Gelb: Solarkraft. Grün (und fast nicht sichtbar): Windkraft.
Irreführende Durchschnittswerte
Die Grafik ist irreführend, weil die «durchschnittlichen Monatswerte» dargestellt werden. Entscheidend für die Stromversorgung ist jedoch nicht ein Monatswert, sondern die Zuverlässigkeit der
Windkraft in jeder Sekunde.
Strom kann keine Sekunde gespeichert werden, sondern muss genau dann produziert werden, wenn er verbraucht wird.
Ein monatlicher Durchschnittswert sagt also nur aus, dass Windkraft mit grösserer oder kleinerer Wahrscheinlichkeit Strom liefert. Für die Stromversorgung ist das aber irrelevant.
Übrigens: Wenn man die relativen Monatswerte in den einzelnen Jahren anschaut, so sind grosse Unterschiede sichtbar (Quelle: Monatswerte 2020-2024, BFE). Manchmal produziert die Windkraft im
November fast 16% ihrer Jahresproduktion, und manchmal nur 6%. Das zeigt, wie unzuverlässig die Windkraft ist. Sie ist nicht steuerbar, sondern zufällig.
Die Windenergie ist weit davon entfernt, eine «tragende Säule» der Winterversorgung zu sein. Das Bundesamt für Energie und die Windkraftlobby verzerren mit solch irreführenden Grafiken die
demokratische Debatte in unserem Land.
Die Energiewende bricht in Deutschland ziemlich schnell zusammen.
1. Die Bundesregierung möchte in Gebieten, wo die Netzkapazität nicht ausreicht, einen Stopp für Solarpanels und Windparks verfügen. Ausserdem müssen die Betreiber
auf Entschädigungen verzichten, wenn Wind- und Solaranlagen wegen einem Strom-Überangebot abgeschaltet werden. Das hat weitreichende Folgen! Damit müssen die Netzbetreiber plötzlich die vollen Kosten für die Erneuerbaren bezahlen – und haben kein sicheres Einkommen mehr.
Ausserdem werden die Ausbauziele verunmöglicht, weil der Netzausbau sehr lange dauern und extrem viel kosten würde. Schliesslich bleiben die Probleme mit den Ersatzkraftwerken (Gas = CO2 und hohe
Kosten).
Am 25. Juli 2025 wurden 108’302 beglaubigte Unterschriften der Bundeskanzlei übergeben.
Über 100 Personen haben in Bern die Volksinitiativen zum Schutz des Waldes und der Gemeinden eingereicht.
Herzlichen Dank an die zahlreichen Unterstützerinnen und
Unterstützer!
Freie Landschaft Schweiz lanciert Volksinitiativen zum Schutz von Natur und Bevölkerung
Bitte unterstützen Sie unsere Initiativen zum Schutz
unserer Heimat!
Wir benötigen bis spätestens Juni 2025 pro Initiative
120'000 Unterschriften.
DieGemeindeschutzinitiative
verlangt, dass betroffene Gemeinden Windparks zustimmen müssen. Die Waldschutzinitiative verbietet die Errichtung von Windparks im Wald oder
am Waldrand.
Die sehr lesenswerten Exposés von der Medienkonferenz in Bern
29.01.2024 (PDF):
Der Adler vom Chasseral durch BKW-Windpark getötet: Sofortiges Moratorium für Windkraftanlagen nötig!
Freie Landschaft Schweiz ist schockiert über die Nachricht, die BirdLife Schweiz heute Morgen an die Medien verschickte: Ein Steinadler wurde von einer Windturbine des Windparks Mont
Crosin getötet. Das von BirdLife veröffentlichte Foto zeigt einen enthaupteten Altvogel, der wahrscheinlich zu dem Paar gehörte, das regelmässig um den Chasseral brütete. Freie Landschaft Schweiz
fordert ein sofortiges 10-jähriges Moratorium für Windkraftprojekte, die sich in Gebieten befinden, die Konflikte mit stark gefährdeten Vogelarten aufweisen.
(c) Windpark Mont Crosin, Freie Landschaft Schweiz
Im Jura gab es für viele Jahre nur zwei genutzte Nistplätze für Steinadler, den „König der Lüfte“. Folglich gab es nur zwei Paare dieses gefährdeten Vogels im Schweizer Jura. Kürzlich kam ein
weiteres Paar im Neuenburger Jura dazu. Nun ist ein Adler auf dem Mont Crosin von einer Windkraftanlage der BKW (Juvent) erschlagen worden. Man hat das Tier ohne Kopf auf dem Gelände des grössten
Windparks der Schweiz gefunden.
Umweltorganisationen warnen Behörden, Medien und die Öffentlichkeit immer wieder vor der Bedrohung, die Windparks für die Biodiversität in unserem Land darstellen. Die heutige Nachricht bestätigt
die Ernsthaftigkeit der Gefahr, von der eine große Anzahl geschützter Arten betroffen ist. Durch den Tod eines Adlers ist die ganze Population im Schweizer Jura gefährdet!
Die Maßnahmen der Betreiber von Windparks zur Vermeidung von Kollisionen mit nistenden Vogelarten sind nachweislich unwirksam. Derzeit sind viele Windkraftprojekte in Gebieten geplant, die für
die Vogelwelt sehr empfindlich sind, insbesondere im Jurabogen, wo das Überleben vieler Vogel- und Fledermausarten mit den Windkraftprojekten in Konflikt steht.
In Anbetracht des Ausmaßes des Risikos fordert Freie Landschaft Schweiz ein sofortiges, zehnjähriges Moratorium für alle Windkraftprojekte, die ein potenzielles Risiko für die Vogelwelt
darstellen. Dieses Moratorium soll es ermöglichen, die Risiken zu evaluieren und die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, damit nicht noch schlimmere Schäden an der Biodiversität unseres Landes
entstehen. Der Adler vom Chasseral ist leider nicht mehr zu retten.
Nun hat auch das Schweizer Fernsehen SRF verkündet:
Die Schweiz ist kein Windland.
Windkraft rentiert nur dank Subventionen.
Sie können die Sendung des Wirtschaftsmagins ECO vom letzten Montag hier anschauen.
Die Visualisierung der geplanten Schweizer Windparks sind im Bericht prominent enthalten.
Dänemark: Menschen zählen mehr als Windturbinen
Dänische Gemeinde storniert Pläne für alle Windenergieanlagen an Land Das WEA-Verbot fusst auf dem Widerstand der Anwohner!
Der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Esbjerg hat alle weiteren Onshore-Windparks, die auf ihrem Gemeindegebiet gebaut werden sollten
gestoppt.
Die Entscheidung verhindert Pläne für Windparks in Vilslev Nord, Kærbøl Mark und Lundmark. Diese drei Standorte waren für insgesamt 34 Windenergieanlagen
vorgesehen.
John Snedker, der Leiter des Planungs- und Umweltausschusses, sagt, dass der Widerstand gegen Windparks geradezu explodiert
sei.
“Die Gegner befürchten unter anderem, dass der tieffrequente Schall die Gesundheit beeinträchtigt”, sagte Snedker gegenüber DR Nyheder.
Esbjerg trat damit in die Fußstapfen mehrerer anderer Gemeinden, darunter Vejen und Tønder, die ihre Windkraftpläne ebenfalls
fallen lassen haben.